Gehäkelter sezierter Frosch

Gestrickte Eingeweide

Geschrieben am 10.09.2012 von Arne K.

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Man kennt die Szene aus fast jedem schlechten Ami-Highschool-Film:

Die ganze Klasse sitzt im Bio-Raum und schneidet Regenwürmer, Frösche oder Ratten auf. Irgendjemand ekelt sich und der Klassen-Weirdo führt ein kleines Theaterstück auf.

Während meiner Schulzeit war das leider nicht mehr angesagt.

Auch wenn ich gern mal gekuckt hätte, wie so ein Frosch von innen aussieht, mussten wir uns mit Abbildungen begnügen. Einzig ein Rinderherz durften wir mal auseinander nehmen. Für viele ein zweifelhaftes Vergnügen, aber ich fand das damals ziemlich spannend.

Die Amerikanerin, wie sollte es anders sein, Emily Stoneking hat eine Alternative, die auch für zartbesaitete Wissensdurstige geeignet ist.

Sezierte Tiere aus Wolle

Gehäkelte sezierte Fledermaus

Batmans Innenleben auf Schafbasis (Quelle: Emily Stoneking)

Gehäkeltes seziertes Ferkel

„Darf ich Mama zu dir sagen?“
Bei diesem gestrickten Ferkel dürfte das Thema durch sein. (Quelle: Emily Stoneking)

Sie häkelt strickt anatomisch mehr oder weniger korrekte Modelle von sezierten Tieren unterschiedlichster Spezies. Danach pinnt sie diese in Rahmen oder Schalen.

Dadurch entstehen auf den ersten Blick etwas gruselige Kuscheltiere, die bei genauerer Betrachtung, zumindest mich, ziemlich faszinieren und amüsieren.

Frau Stoneking sagt selbst über ihre Arbeit:

„I love to explore the places where art and science intersect.

I am also interested in using cuddly materials (like cozy knitting) to create objects that many people are usually squeamish about.“

Emily Stoneking

 

Gehäkelte sezierte Ratte

Rattatui Ratatouille (Quelle: Emily Stoneking)

Gehäkelter sezierter Regenwurm

Aufgeschnittener Regenwurm aus Wolle.
Kennt eigentlich noch jemand „Earthworm Jim“? (Quelle: Emily Stoneking)

Besonders gut gefällt mir die Wolle als Material und das Häkeln Stricken als Methode, was man ja eher mit etwas heimeligem und kuscheligen verbindet. Dies bildet einen in meinen Augen großartigen Kontrast zu dem, was sie darstellen:

Die aufgeschnittenen Kadaver von Tieren, deren Eingeweide man betrachten kann.

Klingt irgendwie fies, oder? Aber ich mag genau diesen Gegensatz. Außerdem mag ich, dass Emily Stoneking mit einer großen Portion Humor an die Sache ran geht.

Gehäkelter sezierter Osterhase

Und ein weiteres Mysterium ist geklärt:
So entstehen also Ostereier.
Das arme Hasi… (Quelle: Emily Stoneking)

Wer auch gerne so ein seziertes Kuscheltier sein Eigen nennen möchte, kann sich in Emily Stonekings Etsy-Shop „aKNITomy“ damit eindecken. Neben fertigen Modellen gibt es Häkelvorlagen Strickvorlagen zum selber machen.

Wir wissen ja alle: „Der Winter naht.“ und damit auch lange Abende. Hier wäre eine Möglichkeit diese dunklen Stunden zu nutzen – auch in Gruppen. Ich stelle es mir sehr lustig vor, mit ein paar Leuten zusammen zu sitzen, Glühwein zu trinken und sezierte Tiere zu häkeln stricken… Macht sich an Weihnachten dann auch gut unterm Tannenbaum.

Die Website von Emily Stoneking ist leider nicht so ergiebig. Wer sich ihre Werke ankucken möchte, stöbert am besten durch ihre Shops.

Noch mehr Innereien gefälllig? Dann sei ein Blick auf das Innenleben und die Anatomie von Super Mario, den Glücksbärchis und vielen weiteren bekannten Gesichtern empfohlen.

Mein kleines Pony Skelett

Mein kleines Pony Skelett (Quelle: Jason Freeny)

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Kommentiere »Gestrickte Eingeweide«

  • binaluise

    Hallo Arne! Die Viecher sind gestrickt, nicht gehäkelt!

    • Hallo Binaluise!
      Das ist mir nun wirklich unangenehm, denn Du hast eindeutig recht.
      Danke für den Hinweis! Ich gelobe größere Sorgfalt beim nächsten Mal!

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