Flugblatt zur Urwaldzerstörung in Indonesien durch Palmoelproduktion

Schon mal genauer auf Greenpeace Plakate geachtet?

Geschrieben am 08.05.2012 von Laura K.

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Über die Kampagnen des WWFs habe ich bereits in dem Artikel Schon mal genauer auf WWF Plakate geachtet? geschrieben. Nun möchte ich auch über Greenpeace berichten. Die beiden Organisationen setzen sich für den Umweltschutz ein, kooperieren miteinander, haben aber teilweise ganz unterschiedliche Methoden, um auf die Krisen dieser Welt aufmerksam zu machen.

Erstmal möchte ich aber nochmal klar stellen, was diese beiden Umweltschutzorganisationen unterscheidet, bzw. wie sie sich selbst definieren.

Der WWF (World Wildlife Fund)

Den WWF gründeten 16 Wissenschaftler, Geschäftsleute und Politiker als eine internationale „Charity“-Organisation 1961 in der Schweiz.

Unsere Mission: Bewahrung der biologischen Vielfalt – ein lebendiger Planet für uns und unsere Kinder

Der WWF ist die größte und einflussreichste Umweltorganisation in Deutschland. Unsere nationalen und internationalen
Projekte tragen dazu bei, unsere Ziele zu erreichen und beweisen, dass Bewahrung und verantwortungsvolle Nutzung der
natürlichen Lebensgrundlagen mit nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung vereinbar sind. (Quelle: www.wwf.de)

Greenpeace

Greenpeace wurde 1971 in Kanada von einer kleinen Gruppe Friedensaktivisten gegründet. Das Markenzeichen von Greenpeace sind die spektakulären und direkten Aktionen.

Greenpeace ist eine internationale Umweltorganisation, die mit gewaltfreien Aktionen für den Schutz der
Lebensgrundlagen kämpft. Unser Ziel ist es, Umweltzerstörung zu verhindern, Verhaltensweisen zu ändern und
Lösungen durchzusetzen. Greenpeace ist überparteilich und völlig unabhängig von Politik, Parteien und Industrie.

Die Direktheit und Provokantion der Greenpeace-Organisation ist wohl der entscheidenste Unterschied.
Das möchte ich euch nun zeigen:

Die Kampagne gegen den Nahrungsmittelkonzern Nestlé war, wie ich meine, eine schon harte Nummer. Laut einem Greenpeace Report von 2010 werden die Urwälder in Indonesien für die Produktion von Palmöl gerodet. Dieses verarbeitet unteranderem Nestlé in seinen Süßwaren, wie auch in KitKat. Dadurch wird die Lebensgrundlage der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans vernichtet.

Mit Plakaten, Aufklebern auf den Waren und einem Protestvideo ist es einer der erfolgreichsten Umweltproteste.

Flugblatt zur Urwaldzerstörung in Indonesien durch Palmoelproduktion

Flugblatt zur Urwaldzerstörung in Indonesien durch Palmoelproduktion (Quelle: Greenpeace)

Der Aufmacher der Greenpeace-Broschüre zur Kampagne gegen Nestlé

Der Aufmacher der Greenpeace-Broschüre zur Kampagne gegen Nestlé (Quelle: Greenpeace)

Aufkleber werden im Laden auf die KitKat-Waren geklebt

Aufkleber werden im Laden auf die KitKat-Waren geklebt (Quelle: unbekannt (von tutsi.de))

Das zu der Kampagne gehörende, ungeschnittene Video:


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Die oben gezeigten Werbemittel (oder besser Protestmittel) sowie das Video nehmen das Corporate Design von KitKat auf und schaffen es so, dass der Betrachter diese Kampagne sofort mit der Marke verbindet, ohne überhaupt etwas über dieses Thema zu wissen. Und Greenpeace setzt hier vorallem auf den Überraschungsmoment und dass die Betrachter geschockt sind. Folglich schaffen sie es sehr gut auf die Umweltsünder aufmerksam zu machen!

Ein weiteres Beispiel sind die Proteste gegen den VW-Konzern 2011, der laut Greenpeace zwei wichtige europäische Klimaschutzgesetze bekämpft: strengere Emissionsziele und scharfe CO2-Grenzwerte für Autos.

Ohne die Gesetze droht der Erde dasselbe Schicksal wie Alderaan! (Quelle: vwdarkside.com)

Wie man schon in dem Zitat lesen kann, nahm sich Greenpeace den Darth Vader Werbefilm von VW als Vorlage, um gegen die Vorhaben des Konzerns zu protestieren. Zudem unternahmen sie Maßnahmen, wie zum Beispiel die Teststrecke von VW zu besprühen. Diese Ideen sind zwar drastisch, aber ich finde sie gut, vorallem wie es dem Design von VW entspricht und Greenpeace es für seine Zwecke abwandelt.

Greenpeace-Aktivisten bei der Arbeit

Greenpeace-Aktivisten bei der Arbeit (Quelle: Pedro Armestre/Greenpeace)

Motiv der Greenpeace-Kampagne

Motiv der Greenpeace-Kampagne (Quelle: Greenpeace)

Hier nun das Originalvideo des VW-Konzerns:


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Und das Protestvideo von Greenpeace:


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Aber Greenpeace kann, genauso wie der WWF, sich auch „normaler“ Plakatwerbung annehmen, um auf Umweltsünder und Missstände aufmerksam zu machen…

2009 machte Greenpeace mit Plakaten und einem Werbespot auf die Überfischung und Verschmutzung der Ozeane aufmerksam, welche im hohen Maße das Leben in den Weltmeeren gefährden. Dazu beauftragten sie die Werbeagentur Spinas/Gemperle aus der Schweiz. Durch die Darstellung von Fischskeletten, die nur noch aus einem kleinen Prozentteil Fleisch bestehen, wird verdeutlicht, dass die Bestände vieler Meereslebewesen bedrohlich geschrumpft sind.

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner (1) (Quelle: Spinas/Gemperle, Greenpeace)

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner (2)

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner (2) (Quelle: Spinas/Gemperle, Greenpeace)

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner (3)

Werbeplakat zum Thema Bedrohung der Meeresbewohner (3) (Quelle: Spinas/Gemperle, Greenpeace)

Die Werbeagenturen JWT Dubai und Staudinger+Franke haben gemeinsam für Greenpeace drei Plakate zum Thema Klimawandel umgesetzt, welche im mittleren Osten in Magazinen erscheinen.

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (1)

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (1) (Quelle: JWT Dubai, Staudinger+Franke, Greenpeace)

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (2)

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (2) (Quelle: JWT Dubai, Staudinger+Franke, Greenpeace)

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (3)

Plakatkampagne gegen den Klimawandel (3) (Quelle: JWT Dubai, Staudinger+Franke, Greenpeace)

Tierisch gefährliches Gemüse könnt ihr auf den nächsten Plakaten sehen. Greenpeace kritisiert hier gentechnisch veränderte Lebensmittel, welche eine potenzielle Gefahr für den Verbraucher darstellen. Die Kampagne bringt eindeutig zum Ausdruck, dass Genfood gefährlich ist und sogar ohne prägnante Headline kommt die Botschaft zur Geltung.

Kampagne gegen Genfood (1)

Kampagne gegen Genfood (1) (Quelle: Greenpeace)

Kampagne gegen Genfood (2)

Kampagne gegen Genfood (2) (Quelle: Greenpeace)

Kampagne gegen Genfood (3)

Kampagne gegen Genfood (3) (Quelle: Greenpeace)

Zum Schluss noch eine sehr interessante Zusammenarbeit: Der britische Street-Artist Banksy wurde 2001 von Greenpeace UK beauftragt für die „Save or Delete“ Kampagne ein Motiv zu erstellen, um auf die Abholzung des Urwaldes aufmerksam zu machen. Auf diesem Motiv werden die Charaktere aus Disney’s Dschungelbuch: Mogli und Balu der Bär, Shir Khan, King Louie und das Elefantenbaby Hathi Junior dargestellt. Sie sind gefesselt und warten mit verbundenen Augen darauf, “verwertet” zu werden. Das Originalbild hat einen rosa Hintergund und an der Seite werden nur schämenhaft zwei Baumstümpfe dargestellt.

Aus urheberrechtlichen Gründen hat Greenpeace nach dem Druck von Plakaten und Postkarten beschlossen, diese nicht zu veröffentlichen.

"Dschungelbuch-Hinrichtung" zum Thema Abholzung

„Dschungelbuch-Hinrichtung“ zum Thema Abholzung (Quelle: Banksy, Greenpeace)

Das Originalbild von Banksy

Das Originalbild von Banksy (Quelle: Banksy)

Meiner Meinung nach machen Greenpeace und der WWF sehr coole Kampagnen, vorallem wenn man sich die zahlreichen Plakate anschaut. Also immer mal drauf achten, wenn ihr an Bushaltestellen steht, Bahn oder Auto fahrt 😉 Das sind nicht nur Hippies oder so, sondern tolle Umweltschützer, welche wirklich gute Werbeagenturen engagieren und zusammen sehr aussagekräftige und ansehnliche Werbung machen. Nur das WIE ist ein wenig krasser bei Greenpeace als beim WWF…

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