Acid Lollipop

100 mögliche Lollipop Moments

Geschrieben am 13.04.2012 von Arne K.

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Die Seite ted.com halte ich für eine der besten Seiten, die das Internet derzeit zu bieten hat. Wer sie nicht kennt, sollte sie sich ganz dringend in Ruhe ansehen und seinen Horizont binnen weniger Minuten um Kilometer erweitern – allerdings erst nach dem Ende dieses Artikels.

Ein „Ted Talk“ sitzt bereits seit Wochen in meiner Favoritenleiste, da er mich unglaublich stark beeindruckt hat. Ich habe ihn nun mittlerweile einige Male gesehen und will jedes mal dazu hier etwas schreiben, allein der Anlass fehlte.

Dies ist der 100ste Beitrag hier auf FW:look! und endlich ergibt sich eine Gelegenheit.


YouTube Direktinspiration

In diesem „Ted Talk“ erzählt Drew Dudley von einer Situation, in der er nur mit einer kleinen Geste das Leben eines Menschen grundlegend verändert hat, ohne das ihm das bewusst war. Es war eine so alltägliche Situation, dass er sich selbst gar nicht mehr dran erinnern kann. Da es bei dieser Begebenheit auch um einen Lolli geht, nennt er diese Situationen auch „Lollipop Moments„.

Es geht ihm darum, dass es nicht immer die großen Gesten sein müssen, mit denen man das Leben von Menschen umkrempeln kann, sondern das manchmal auch ein ganz kleiner Schubs in die richtige Richtung reicht.

Ich finde die Vorstellung sehr faszinierend, da es bedeutet, dass jeder jeden Tag die Möglichkeit hat, etwas zu bewegen und zu verändern. Meiner Meinung nach ist das etwas sehr positives.

Mich hat der Beitrag von Drew Dudley zum einen sehr beeindruckt, zum anderen aber auch sehr inspiriert. Wenn ich zurückblicke, gibt es in meinem Leben einige dieser „Lollipop Moments„.

Beispielsweise verdanke ich den ersten Zugang zum Thema Grafik und Mediengestaltung dem Vater einer Freundin, der in einer Werbeagentur arbeitete. Ich muss damals 13 oder 14 Jahre alt gewesen sein, als wir irgendwie auf das Thema zu sprechen kamen und er mein Interesse weckte, indem er mir anhand des „Pro7“-Logos in einer Fernsehzeitung das Prinzip von Vektorgrafiken erklärte.

Eine Vektorgrafik ist eine Computergrafik, die aus grafischen Primitiven wie Linien, Kreisen, Polygonen oder allgemeinen Kurven (Splines) zusammengesetzt ist

wikipedia

Später kam ein Schulpraktikum in seiner Agentur, Nebenjobs in einem kleinen Verlag, die Arbeit als freier Grafiker und nun die Ausbildung zum Mediengestalter.

Diese Viertelstunde, die wir dort im Wohnzimmer saßen, hat mein Leben nachhaltig beeinflusst und geformt und ich bin mir ziemlich sicher, dass er sich nicht an diese Situation erinnert. Leider ist der Kontakt abgebrochen, sodass ich mich nicht bei ihm dafür bedanken kann,denn: Wer weiß was alles passiert wäre, wenn es diesen „Lollipop Moment“ nicht gegeben hätte?

Es gibt in meinem Leben ein paar dieser Situationen, die in dem Moment völlig unbedeutend wirken, aber riesige Dinge bewirkten, die mich und mein Leben in völlig neue Bahnen gelenkt haben. Leider erkennt man solche Momente meist erst Jahre später und kann sie daher erst dann so wertschätzen, wie sie es verdient haben.

Andererseits hoffe ich, dass auch ich das Leben und die Denkweise mancher meiner Mitmenschen durch irgendwas was ich gesagt oder getan habe positiv beeinflusst habe. Für mich ist es eine sehr erschreckende Vorstellung irgendwann tot in der Kiste zu liegen, ohne irgendwo Spuren hinterlassen zu haben, die Menschen zum Nachdenken bringen.

Das soll nun nicht bedeuten, dass man, wie ein Missionar, versucht jeden Moment Leute in Gespräche zu verwickeln, um ihr Leben zu verbessern. Seitdem ich das Video gesehen habe, bin ich mir aber erst der Möglichkeit so richtig bewusst, dass völlig ohne mein bewusstes Zutun jede Sekunde für jemand anderen so ein „Lollipop Moment“ sein könnte, auf den sie oder er vielleicht erst in einigen Jahren zurückblickt und feststellt, dass dies die entscheidenden Minuten waren, die der Entwicklung ihres oder seines Lebens einen neuen Dreh gegeben haben.

Für mich ist das ein sehr gutes Gefühl.

Light up Stock

Light up Stock (Quelle: http://emoelmo666.deviantart.com)

Aber was genau hat das nun mit diesem Blog zu tun?

Ich denke wir alle kennen jemanden, der einem entweder per Mail, über facebook, als SMS oder über welche Kommunikationskanäle auch immer hin wieder Nachrichten mit Witzen, mehr oder weniger lustigen Powerpoint-Präsentationen, niedlichen Tierbildern oder Fotos von erstaunlichen Naturphänomenen schickt. Häufig sind diese e-Mails oder Nachrichten schon dutzende Male weitergeleitet worden, da einer der Empfänger den Inhalt so interessant, schockierend oder inspirierend fand, dass er ihn mit seinen Bekannten teilen wollte. Dies kann manchmal ziemlich nervig sein. Ich sehe das allerdings als Zeichen der Wertschätzung. Offenbar ist dem Sender daran gelegen Dinge, die sein Leben bereichert haben, mit mir zu teilen.

Und in genau dieser Funktion sehen wir als Autoren diesen Blog auch. Vor 100 Artikeln haben wir ihn ins Leben gerufen, um all die Dinge, die uns täglich begegnen und die uns irgendwie beeindruckt haben, an möglichst viele Leute weiterzuleiten.

Daraus ergibt sich auch der Name „FW:look!“. Das „FW“ steht bei englischsprachigen E-Mails für „forwarded„, als „weitergeleitet“ und entspricht dem deutschen „WG:“.  Das „look!“ soll ausdrücken, dass wir das, was wir hier so posten, für sehenswert und wertvoll halten.

Wir haben dabei immer die Hoffnung, und hier schließt sich der Kreis, dass wir mit unseren Artikeln und Beiträgen, egal zu welchem Thema, auch mal bei jemandem so einen „Lollipop Moment“ auslösen, indem wir ihr oder ihm etwas zeigen, was die- oder denjenigen dazu veranlasst Dinge plötzlich aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, den eigenen Horizont deutlich zu erweitern oder Dinge, die man eigentlich für unumstößlich hielt, nochmal neu zu überdenken. Ob uns das mit den letzten 99 Artikeln gelungen ist, wissen wir nicht – aber wir hoffen es.

Ich denke ich kann für uns alle sprechen, wenn ich sage, dass uns die ersten 100 Beiträge einiges abverlangt haben.

Bis auf Timo hatte keiner von uns Erfahrung im bloggen und zumindest für mich war es eine ziemlich spannende Erfahrung zu sehen, was es bedeutet, so einen Blog zu betreiben. Einerseits war es erstaunlich wie viel Arbeit man da rein stecken muss. Andererseits war es aber auch schön zu erleben, dass das, was man so in seiner stillen Kammer in seinen Laptop tippt, tatsächlich von vielen Leuten gelesen wird.

Ich denke, dass die ersten 100 Beiträge erst der Anfang einer langen Reise sind und bin sehr gespannt, was da noch so auf uns wartet.

Ich bedanke mich bei allen, die uns bisher auf dieser Reise begleitet und unterstützt haben!

Nun dürft ihr weiter in diesem Blog stöbern oder euch endlich die Videos auf Ted.com ansehen.

Titelbild von ~octoberjoy

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