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Be smart: Smart-Objekte und -Filter

Geschrieben am 11.04.2013 von Laura K.

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Grundsätzliches

Die in Photoshop anwendbaren Smart-Objekte sind Ebenen, welche Bilddaten von Raster- oder Vektorbildern enthalten. Somit bleibt das Quellbild mit allen seinen ursprünglichen Eigenschaften erhalten.
Smartfilter kann man auf Smart-Objekte anwenden, welche sich im Gegensatz zur normalen Filterverwendung, jederzeit anpassen, entfernen und ausblenden lassen. Also tragen Smart-Objekte maßgeblich zur non-destruktiven Bildbearbeitung bei.

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Abb. 1
An dem viereckigen Symbol in der Ebenen-Palette erkennt man das Smart-Objekt.

Einsatzmöglichkeiten von Smart-Objekten

  • Ausführen verlustfreier Transformation: skalieren, drehen, neigen, verzerren, perspektivisch transformieren und verkrümmen ohne ursprüngliche Bilddaten und deren Bildqualität zu verlieren, da sich die Veränderungen nicht auf die Originaldaten auswirken
  • Arbeiten mit Vektordaten, da sie sonst gerastert würden
  • Non-destruktives Anwenden von Filtern, da man sie jederzeit
    bearbeiten kann
  • Mehrere Duplikate von einem Smart-Objekt können auf einmal geändert werden, indem man die Quelle bearbeitet
  • Anwendung von Ebenenmasken möglich seit CS4

Smart-Objekte erzeugen

Es gibt mehrere Wege um Smart-Objekte zu erzeugen:

  • Um eine Ebene in ein Smart-Objekt zu wandeln, wählt man Ebene > Smart-Objekte > In Smart Objekt konvertieren oder Rechtsklick auf die Ebene > In Smart-Objekt konvertieren oder Filter > Für Smartfilter konvertieren
  • Einfügen einer Pixel- oder Vektordatei in eine geöffnet Datei über Datei > Platzieren
  • Über Datei > Als Smart-Objekt öffnen, lassen sich Dateien direkt als Smart-Objekt öffnen. Es öffnet sich ein Duplikat der Originaldatei, dessen Ebenen auf eine Smart-Objekt-Ebene reduziert wurden.
  • Illustrator-Dateien und -Ebenen lassen sich per Drag&Drop oder mit dem Einfügen-Befehl direkt in Photoshop als Smart-Objekt einsetzen.

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Abb.2
Es gibt viele Möglichkeiten der Smart-Objekt-Konvertierung. Über die Ebenenpalette zu gehen ist einer.

Warum lässt sich das Smart-Objekt nicht bearbeiten?

Diejenigen Werkzeuge, welche die Pixeldaten direkt modifizieren, wie der
Pinsel, Stempel, Abwedler oder Wischfinger, können nicht auf Smart-Objekte
angewandt werden.
Eine Lösung ist das Rastern der Ebene, doch dann lässt sich das Bild nicht mehr
ohne Qualitätsverlust skalieren bzw. es ist keine nondestruktive Arbeitsweise
mehr möglich.
Die Quelldaten des Smart-Objekts zu bearbeiten, ist da schon eine sehr viel
bessere Lösung.
Dazu Rechtsklick auf das Smart-Objekt und Inhalt bearbeiten wählen. Nun öffnet sich eine zweite Datei mit den Daten, die im Smart-Objekt eingebettet sind. Diese kann nach Belieben bearbeitet werden.
Nach der Bearbeitung wird die Datei mit Datei > Speichern gespeichert. Das tatsächliche Ausgangsdokument bleibt übrigens unberührt, denn Photoshop erzeugt eine eigene Datei und legt diese in einem temporären Ordner ab.
Falls man noch Änderungen vornehmen möchte, sollte man die Datei geöffnet lassen. Also nie das Speichern vergessen, weil sonst die Änderungen in der Datei mit dem Smart-Objekt nicht zu sehen sind.
Wichtig: Bei aufwendigeren Bearbeitungen, bei denen neue Ebenen angelegt wurden, müssen diese vor dem Speichern auf eine Hintergrundebene reduziert werden – sonst funktioniert das Smart-Objekt nicht mehr.

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Abb.3
Warum geht das nicht?!
Es können keine Werkzeuge auf Smart-Objekten angewendet werden, welche die Pixeldaten direkt modifizieren.

Kniff zur Bearbeitung gleicher Smart-Objekte

Man kann gleiche Smart-Objekte, welche mehrmals in einem Layout auftauchen,
ganz einfach bearbeiten, ohne jedes einzeln anzufassen.
Über Datei > Platzieren wählt man das zu platzierende Element. Nun erzeugt man mehrere Kopien dieses Ausgangs-Smart-Objekts, indem man es auf das Neue Ebene erstellen-Icon zieht oder unter Ebene > Neu > Ebene durch Kopie. Dadurch erzeugt man Duplikate, welche intern mit dem ersten Smart-Objekt zusammenhängen.
Nun kann man jedes Duplikat in Position, Größe, Drehung und Füllmethode ändern.
Um alle Smart-Objekte jetzt auf einmal auszutauschen, muss man nur das Smart-Objekt, von dem alle Kopien abstammen, aktivieren. Dann mit einem Rechtsklick > Inhalt ersetzen auswählen. Es erscheint das Platzieren-Dialogfenster. Einfach die neue Datei auswählen und es erscheint das neue Bild: mit den gleichen Eigenschaften, welche allen Duplikaten vorher gegeben wurden.

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Abb.4
Es lassen sich gleiche Smart-Objekte,
welche mehrmals in einem Layout
auftauchen, ganz leicht auf einmal
anpassen.

Smartfilter

Smartfilter sind Filter, die auf Smart-Objekte angewendet werden. Sie erscheinen in der Ebenenpalette unter dem Smart-Objekt und lassen sich nondestruktiv anpassen, entfernen oder ausblenden (ähnlich wie Ebenenstile). Außer die Filter „Extrahieren“, „Verflüssigen“, „Mustergenerator“ und „Fluchtpunkt“ können alle Filter als Smartfilter angewendet werden. Zudem werden die Korrekturmöglichkeiten „Tiefen/Lichter“ und „Variationen“ (nicht mehr vorhanden in CS6) als Smartfilter angewendet.
Smartfilter lassen sich, wie Ebenenstile, ein- und ausblenden, indem man auf das Auge, neben dem Smartfilter in der Ebenenpalette klickt. Zudem kann eine Ebenenmaske auf die Smartfilter angewendet werden.

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Abb. 5
Smart-Objekt-Ebene mit Smartfiltern.
1. Maske für Smartfilter
2. Filter ein- und ausblenden
3. Name des Smartfilters
4. Einstellungen zum Verändern von
Deckkraft und Füllmethode

Zur Bearbeitung von Smartfiltern klickt man doppelt auf den in der Ebenenpalette angezeigten Filter und stellt anschließend die Filteroptionen ein. Zudem lässt sich die Füllmethode und die Deckkraft des Smartfilters ändern. Hierzu auf das kleine Icon rechts vom Namen des Filters doppelklicken.

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Abb.6
Nach Doppelklick auf das Icon neben
dem Filternamen (siehe Abb. 5, 4.)
erscheint der Fülloptionen-Dialog mit
den üblichen Füllmethoden und dem
Deckkraftregler.

Und zum guten Schluss: Smarte Tipps

  • Bei der Transformation von Smart-Objekten, auf welchen Smartfilter angewandt wurden, werden während der Transformation die Filtereffekte deaktiviert. Ist die Transformation abgeschlossen, werden sie erneut angewendet.
  • Dateien mit Smart-Objekten lassen sich in den Dateiformaten PSD, TIFF und PDF abspeichern.
  • RAW-Dateien einer Kamera lassen sich in Photoshop als Smart-Objekte öffnen.
  • Veränderungen der Bildgröße sind nicht ganz unproblematisch:
    Werden Komposings mit Smartfiltereinstellungen auf eine kleinere oder größere Bildgröße gerechnet, kann es passieren, dass die Filter verpuffen. Denn die „Radius“-Einstellungen (z.B. bei Tiefen/Lichter) bleiben in den Smartfiltereinstellungen gleich, sodass diese bei der neuen Bildgröße entweder viel zu grob sind oder aber verpuffen. Anders als bei Einstellungsebenen verändern Smartfilter die Farbwerte nicht linear, sondern berücksichtigen auch Konturen oder lokale Proportionen.

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Kommentiere »Be smart: Smart-Objekte und -Filter«

  • ganz nette Übersicht, aber eine Stelle stimmt nicht:

    „Wichtig: Bei aufwendigeren Bearbeitungen, bei denen neue Ebenen angelegt wurden, müssen diese vor dem Speichern auf eine Hintergrundebene reduziert werden – sonst funktioniert das Smart-Objekt nicht mehr.“

    das ist so nicht korrekt! Smartobjekte unterstützen sehr wohl das Speichern von Ebenen – es hängt vom Dateiformat ab. Wie du ja richtig erkannt hast, erzeugt PS für Smartobjekte eine eigene Datei. Wenn diese ein Format hat, dass keine Ebenen unterstützt (passiert, wenn das Smartobjekt über „Platzieren“ erzeugt wird), dann gibt es natürlich ein Problem beim Speichern. Unterstützt das Format jedoch Ebenen (bei „in Smartobjekt konvertieren“ ist es .psb), dann kann man problemlos Ebenen im Smartobjekt erstellen UND es auch so speichern.

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